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Januar
1 |
Deutschland übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften. Die Abkommen
zwischen der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) und Österreich, Portugal, der Schweiz und Schweden treten in Kraft. Das von der Gemeinschaft und Finnland geschlossene
Freihandelsabkommen für den gewerblichen Bereich tritt in Kraft. |
31 |
Die Kommission richtet an die Regierungschefs eine Erklärung zur Lage der Gemeinschaft. Darin
betont sie, daß dem europäischen Aufbauwerk neue Impulse verliehen werden müssen, indem die einzelstaatlichen Politiken stärker abgestimmt und eine gemeinsame Politik festgelegt werden. Das
Parlament erklärt, die Einheit Europas sei nur zu verwirklichen, wenn die Organe der Gemeinschaft eine auf echter europäischer Solidarität beruhende Politik verfolgen können. |
Februar
11-12 |
Der Rat räumt dem Wirtschafts- und Sozialausschuß (WSA) formell das Recht ein, aus eigener
Initiative Stellungnahmen abzugeben. Er erklärt sich außerdem damit einverstanden, daß der Ausschuß die von ihm abgegebenen Stellungnahmen selbst veröffentlicht. |
April
1 |
Nach einem Regierungswechsel im Vereinigten Königreich gibt der britische Minister für
Auswärtiges und Commonwealth-Fragen vor dem Rat eine Erklärung zur Politik der neuen Regierung gegenüber der Gemeinschaft ab. Er fordert weitreichende Reformen der Gemeinsamen Agrarpolitik
(GAP), "gerechtere Methoden für die Finanzierung des Gemeinschaftshaushalts" und eine Lösung der Währungsprobleme. |
2 |
Dem Rat wird eine Gemeinsame Erklärung zur Lage der Gemeinschaft vorgelegt. Die Präsidenten des
Rates und der Kommission bekräftigen darin, daß die Beschlußfassungsverfahren verbessert werden müssen, damit in wichtigen Fragen Fortschritte erzielt werden können und die
Funktionsfähigkeit der Gemeinschaft langfristig gewährleistet ist. Sie unterbreiten außerdem eine Reihe konkreter Vorschläge. |
Mai
29-30 |
Auf Ministerebene findet eine Tagung des Rates der Organisation für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) statt. Der Vizepräsident der Kommission, Sir Christopher Soames, hebt hervor, daß die internationale Zusammenarbeit verstärkt und die Liberalisierung
des Welthandels weiter vorangetrieben werden muß. Der Rat der OECD verabschiedet eine Erklärung, in der auf die gravierenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Mitgliedstaaten, insbesondere
im Zusammenhang mit den Defiziten bei den internationalen Zahlungen, hingewiesen wird. |
Juni
4 |
Der Rat erörtert die Verfahren für die Prüfung der vom Vereinigten Königreich angesprochenen
Probleme und befaßt sich mit der Arbeitsweise der Gemeinschaftsorgane. Bei der Verbesserung der Beschlußfassungsverfahren wird ein gewisses Einvernehmen erzielt. |
10 |
Der Rat verabschiedet zwei Beschlüsse über die Beteiligung des Europäischen Sozialfonds an
Maßnahmen zugunsten von Wanderarbeitnehmern und Behinderten. |
21 |
Im Reyners-Urteil befaßt sich der Europäische Gerichtshof mit Unternehmensgründungen
durch EG-Bürger in anderen Mitgliedstaaten. Mit diesem Urteil untersagt er die Anwendung von Rechts- bzw. Verwaltungsvorschriften oder Praktiken, die eine Diskriminierung der betreffenden
EG-Bürger gegenüber den eigenen Staatsangehörigen bewirken könnten. |
Juli
1 |
Frankreich übernimmt den Vorsitz im Rat der Europäischen Gemeinschaften. |
15 |
Der Europäische Gerichtshof übermittelt den anderen Gemeinschaftsorganen ein Dokument über
die Europäische Union und reagiert somit als erstes Organ auf eine entsprechende Aufforderung der Pariser Gipfelkonferenz von 1972. |
25-26 |
In Kingston (Jamaika) findet eine Ministerkonferenz zwischen der Europäischen Gemeinschaft und
den Ländern in Afrika, im karibischen Raum und im Pazifischen Ozean (AKP-Staaten) statt. Auf dieser Konferenz bekunden die AKP-Staaten und die Gemeinschaft nachdrücklich ihre politische
Entschlossenheit, vor Ablauf der Abkommen von Jaunde und Arusha ein neues Abkommen zu verabschieden. Außerdem einigen sich die Konferenzteilnehmer auf politische Leitlinien, die in einigen
Punkten weitere Fortschritte ermöglichen. |
September
17 |
Der Rat verabschiedet formell die Direktiven für die Aushandlung umfassender Abkommen mit
Spanien, Israel, Algerien, Marokko und Tunesien und die Ausdehnung des bestehenden Abkommens mit Malta auf die Bereiche Zusammenarbeit und Landwirtschaft. |
November
14-16 |
Welternährungskonferenz in Rom. Angesichts der Tatsache, daß in zahlreichen Entwicklungsländern
ein akuter Nahrungsmittelmangel herrscht, verstärkt die Gemeinschaft ihre Anstrengungen auf dem Gebiet der Nahrungsmittelhilfe und beteiligt sich an den Arbeiten der Konferenz, um einen
Beitrag zu einer mittel- oder langfristigen Lösung des Ernährungsproblems zu leisten. |
26 |
Der Rat beschließt eine Anpassung der Vertragsbestimmungen über den Europäischen Gerichtshof,
dessen Arbeitsweise im Hinblick auf den zunehmenden Arbeitsanfall verbessert werden soll. Sofern kein Mitgliedstaat Einwände hat und kein Organ verlangt, daß eine Rechtssache in Vollsitzung
behandelt wird, kann der Gerichtshof nunmehr an seine Kammern bestimmte Vorabentscheidungsersuchen verweisen, die Fragen technischer Natur oder Aspekte, in denen bereits eine ständige
Rechtsprechung vorliegt, betreffen. |
30 |
Die Abkommen der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) mit Norwegen und Finnland
werden von allen Mitgliedstaaten der Gemeinschaft ratifiziert. Sie werden am 1. Januar 1975 in Kraft treten. |
Dezember
3 |
Der Rat erzielt Einvernehmen über den Inhalt eines Vertragsentwurfs über die
Haushaltsbefugnisse des Parlaments und die Errichtung eines Rechnungshofs. Im Binsbergen-Urteil befaßt sich der Europäische Gerichtshof mit dem Problem der Diskriminierung von
Dienstleistungserbringern aufgrund der Staatsangehörigkeit oder des Umstands, daß sie in einem anderen Mitgliedstaat als demjenigen, in dem die Dienstleistung erbracht werden soll, ansässig sind.
In einem solchen Fall können sich die Prozeßparteien vor einzelstaatlichen Gerichten direkt auf das Gemeinschaftsrecht im Bereich des freien Dienstleistungsverkehrs
berufen, um die Aufhebung diskriminierender Praktiken zu erwirken. |
9-10 |
Gipfeltreffen in Paris. Die Staats- bzw. Regierungschefs der Gemeinschaft beschließen, dreimal
jährlich als Europäischer Rat zusammenzukommen. Sie geben grünes Licht für die Direktwahl des Europäischen Parlaments, einigen sich auf die Errichtung des Europäischen Fonds für regionale
Entwicklung und beschließen die Schaffung einer Wirtschafts- und Währungsunion. Außerdem ersuchen sie den belgischen Premierminister Leo Tindemans, vor Ende 1975 einen Bericht über die
Europäische Union vorzulegen. |
19 |
Die Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten beschließen, die Amtszeit des
Kommissionspräsidenten François-Xavier Ortoli bis zum 5. Januar 1977 zu verlängern. |
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